Das niederdeutsche Fachwerk-Hallenhaus

Das „Ole Huus“ in Ashausen ist ein typisches Zweiständerhaus.

Das von der Giebelseite erschlossene, niederdeutsche Hallenhaus beherrscht vom Zwei- bis Vierständerbau in weiten Teilen Norddeutschlands die Dorfbilder.
In der Grundform stützen zwei Hauptständen jeweils einen Dielenbalken, auf dem wiederum die Dachsparren aufgelagert sind.

Grundrisse-und-Schnitte

Die niedrigen Seitenteile, Kübbungen genannt, dienten als Stallungen und haben beim Zweiständerbau keine konstruktive Bedeutung.

Beim Vierständerhaus wurde die Außenwand auf die Höhe
der Hauptständer gebracht.
Nun ruht der Dielenbalken auf den Hauptständern und den Außenwänden zugleich. Die Außenwände sind nun tragend, was bei Veränderungen berücksichtigt werden muss.

Das Hallenhaus wunde in seiner Längsachse aus sogenannten Gebinden (jeweils ein Ständerpaar mit Dielenbalken und Gespärre/ Dachsparren) zusammengesetzt. Der Gebindeabstand um 3.0 m bildet die Maßeinheit, die in der Fassade (Traufseite) die Abstände der zwischengestellten senkrechten Stiele, verbunden durch waagerechte Riegel, und damit die Proportionen der Gefache. (Ausmauerungen und Öffnungen) vorgab.
Das innere Gefüge des Hauses ist nach außen sichtbar. Die Hauptständer und Dielenbalken zeigen vor allem am Giebel das Tragegerüst. Streben belegen die konstruktiv notwendige Aussteifung.
Der „Hahnenbalken“, d.h. die obere Querverbindung der Sparren, wurde oft durch eine größere Holzstärke – ebenso wie der Dielenbalken über der „Grotdör“ – durch Farbigkeit und Inschrift hervorgehoben. Der Wirtschaftsgiebel war zugleich der Schaugiebel des Hauses zur Straßenseite.

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