Ich, dat Ole Huus, erzähle meine Geschichte (11. und vorerst letzter Teil)

aus „Unser Stelle“ 3/2006

„Alarm!“

Dabei denkt ein Reetdachhaus sofort an Feuer. Meine Bewohner hatten deshalb immer 1 bis 2 Ledereimer mit Wasser neben dem „Dingen“, dem Ofen, stehen. Und in der Butzenwand links vom Dingen kann man noch die kleine Öffnung sehen, durch welche die Bauersfrau aus dem Bett das „Flett“, den Quergang mit dem Küchenbereich übersehen konnte. Es passierte schon, dass jemand
im Winter nachts Holz nachlegte und die Ofentür nicht richtig verschloss. Da überall Stroh und Heureste rumlagen, hätte ein
Funken mein Ende sein können, auch ein Ende für meine Familie und das Dorf.
Ich erinnere mich noch gut an den Brand in Pattensen vor 125 Jahren, als dort nur die Kirche stehen blieb. Ich wurde aufgeschreckt, als die
Ashausener Feuerspritze, gezogen von 2 Pferden, wie wild an mir vorbei raste. Sie war tatsächlich die erste Hilfe am Brandherd gewesen und wurde dafür prämiert! (Noch heute eifert die Ashausener Feuerwehr dieser Tradition mit Erfolg nach!). Doch Ledereimer und Feuerhaken, der außen an der Traufseite hing und beim Auseinanderreißen des Reetdaches eingesetzt wurde, hatten damit nicht gleich ausgedient.
Vor 112 Jahren, genau am 30. Mai 1894, gründeten die Ashausener ihre Ortsfeuerwehr offiziell. Und nun kommt es: Zum ersten Feuerwehrhauptmann wurde ein Heinrich Müller gewählt! Dreimal dürft ihr raten, wo der gewohnt hat! Und darauf bin ich Oles Huus noch heute ein bisschen stolz. Dieser Heinrich Müller hat als junger
Mann auch für seinen Onkel, den Großvater von Heinrich Neven, öfter Bier ausgefahren. Dass er deshalb so gut „löschen“ konnte und zum Feuerwehrchef taugte, ist natürlich nur eines der üblichen
Gerüchte.

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