Ich, Dat Ole Huus, erzähle meine Geschichte (6)

aus „Unser Stelle“ 8/2005

Buchweizen

Neuerdings stehe ich an der „Mühlenstraße“, weil wir ja in Ashausen auch eine Wassermühle haben, besser hatten. Aber dabei fallen mir die Grützmühlen ein, die den Buchweizen gemahlen haben. Lang, lang ist‘s her…

Buchweizen? Manche sehen jetzt ein leckeres Tortenstück vor sich, andere eine Grütze. Der Name kommt wohl von der Form der kleinen Körner, die an Bucheckern erinnert.Buchweizen

„Meine“ Leute haben den Buch-“weizen“, der eigentlich mit dem Knöterich verwandt ist, anfangs auch angebaut, weil er sehr genügsam ist und deshalb auch auf dem armen Geestboden noch wächst. Doch der Ertrag war gering. Nach dem letzten Frost gesät, wurde er erst im September mit der Sense gemäht. Die Frauen und Mädchen haben ihn zu Garben gebunden, zu „Puppen“ aufgestellt und ca. zwei Wochen auf dem Feld nachreifen lassen. Wenn dann die Ernte in der Deele stand und gedroschen werden sollte, fielen die meisten Körner schon von alleine raus. Natürlich stürzten sich Hühner, Gänse und nicht zuletzt die Schweine darauf und mussten ständig von den Kindern verjagt werden. Das Mehl eignete sich leider nicht zum Brotbacken. Schließlich zog man das Getreide dem „Knöterich“ vor und baute ihn gar nicht mehr an. Erst in unserer Zeit wurde er wieder „entdeckt“ und gilt als eine Delikatesse, die man auch in Ashausen kaufen kann.

Hier zwei alte Rezepte, mit denen „meine“ Bäuerin ihre Familie beglückt hat. Probiert sie mal!

Buchweizenpfannkuchen
Buchweizengrütze

zu Teil 7

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.